Über ZüRiSoDA
Millionen von Menschen werden von diesem Getränk Erfrischung, Freude, Erleichterung und Genuss zugeteilt. Es ist zu einem natürlichen Begleiter unseres täglichen Lebens und zu einem Grundnahrungsmittel geworden, dass auf dem Tisch von Menschen verschiedener Bevölkerungsgruppen nicht fehlen darf. Wir mischten es weiter mit Wein und Sirup, glaubten und glauben an seine Heilkraft, verwendeten es zum Kochen und Reinigen. 
Es inspirierte auch unsere größten Künstler und wurde zum Thema der Literatur und Kunst. Durch seine vielfältige Präsenz hat es in unserem Leben die kultische Rolle erlangt, die es durch die Schönheit ihrer Einfachheit, durch die Kraft ihrer Nützlichkeit und ihre explosive Vitalität erreicht hat. 
Es ist eine erhebende Erfahrung, es zu treffen, sich nach ihm zu sehnen und davon abhängig zu werden. Wir genießen jeden Tropfen zu jeder Zeit. Wir stehen dazu, in guten und in schlechten Zeiten, beschweren uns bei ihm über unsere Schmerzen und Verletzungen, aber wir freuen uns auch mit ihm. Es hat einen Platz an unserem Tisch, einen Platz in unserem Leben! Wir umarmen es, transzendieren es, es transzendiert uns. Es stillt unseren Durst und entflammt unser Feuer. Es bombardiert mit Blasen und kühlt uns ab wie Wasserfälle. Es bricht in unsere Welt ein und begleicht unsere Probleme. Es beruhigt und bewegt.

Mönch mit Erfindergeist

Ob pur getrunken oder als Bestandteil des G’spritzten - ohne prickelndes Wasser kein richtiger Sommer. Bevor Erfrischungsgetränke im großen Stil abgefüllt wurden, hatte Sodawasser aus der Siphonflasche größte Bedeutung. Heute liegt das Wassersprudeln aufgrund des Ökogedankens vermehrt im Trend. Als Erfinder der Sprudeltechnik aus der Flasche gilt der ungarische Benediktiner Anyos Jedlik. 
Wissenschaftlich entdeckt und dokumentiert wurde der Effekt bereits im Jahr 1772. Der britische Theologe, Philosoph, Chemiker und Physiker Joseph Priestley experimentierte damals mit Schwefelsäure. Er leitete die Säure in eine kalkhaltige Lösung ein, um das so entstandene Kohlenstoffdioxid weiter in Wasser zu lösen. 
In der Folge ergab sich der perlende Effekt, der in einer Zeit, als Seuchen und Epidemien Europa noch regelmäßig plagten, eine sehr nützliche andere Wirkung zeigte als nur der Zunge und den Geschmacksnerven zu schmeicheln: Kohlensäure ist in der Lage, Keime zu töten. Priestley erhielt für seine Entdeckung die begehrte Wissenschaftsauszeichnung Copley Medal.

Sprudeln gegen Cholera
 
Dieser Effekt der Kohlensäure beschäftigte einige Jahrzehnte später den jungen Ungarn Anyos Jedlik - einen Bauernsohn, der im Jahr 1800 im heute in der Slowakei liegenden Zemne geboren wurde und der als Schüler am Benediktinergymnasium in Bratislava früh mit der Wissenschaft in Berührung kam. 
Jedlik trat in der Folge in Bratislava in den Orden der Benediktiner ein, und der Legende nach soll der naturwissenschaftlich Interessierte erstmalig mit Kohlensäure experimentiert haben, um seine Mitbrüder in Erstaunen zu versetzen - es mag ihm wohl gelungen sein. Doch eigentlich war es dem neugierigen Geistlichen ein Anliegen, mit einfach herzustellendem Sodawasser Cholerakranke zu heilen. 

Kein geschäftliches Glück 

Jedlik machte sich an die Entwicklungsarbeit. Das Ergebnis war das technische Prinzip der Sodawasserherstellung mittels Siphonflasche, wie sie über Jahrzehnte führend war und wie sie heute nach wie vor in Verwendung ist. Doch wie so viele große Erfinderköpfe hatte Jedlik in geschäftlichen Belangen eine weniger glückliche Hand als bei der Forschung. Das zur Verbreitung der Technik gegründete Unternehmen schlitterte bald in den Konkurs. Das große Geschäft mit den Sodasprudlern machten in der Folge andere. 
Der Benediktinermönch, der 1825 zum Priester geweiht wurde, sorgte allerdings in einem anderen naturwissenschaftlichen Segment für Furore. Jedlik gilt heute als einer der Pioniere der ungarischen Physik und Chemie, der nach dem Sodawasser im Bereich der Elektrizität höchst erfolgreich forschte. Vielseitige Forschungsinteressen Jedlik entwickelte im Jahr 1829 einen frühen Gleichstrommotor.

Teil der Wiener Weltausstellung 

Im Jahr 1873 waren Jedliks elektrische Maschinen und seine technischen Experimente mit Batterien etwa im Rahmen der Weltausstellung in Wien zu sehen. Und angesichts seiner wissenschaftlichen Erfolge rückte Jedliks früherer Beitrag zur Sodawasserkultur entsprechend in den Hintergrund – auch wenn die Technik mit der Siphonflasche im Lauf des 19. Jahrhunderts zu boomen begann. 

Sprudeln als Umweltansatz 

Der Boom hatte seinen Höhepunkt überschritten, als damit begonnen wurde, kohlensäurehaltige Getränke in Glasflaschen zu füllen. Dort, wo das Leitungswasser im Lauf der Geschichte zunehmend mit Chlor und weiteren Stoffen versetzt wurde, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen, hatte das Sprudeln aus geschmacklichen Gründen ohnehin ein Ende. Umweltgedanken und eine zunehmende Skepsis gegenüber Einweg-Plastikflaschen spielen dem Selbstsprudeln in jüngster Vergangenheit allerdings wieder in die Hände. 

Mindestens vier Gramm pro Liter 

Was sich Sodawasser nennen darf, bestimmt das Lebensmittelbuch bis aufs Gramm. Tafelwasser mit einem Mindestgehalt von vier Gramm Kohlenstoffdioxid pro Liter und in Flaschen oder in Ballon mit Siphonkopf gefüllt ist darf sich demnach Sodawasser nennen. Und abseits von gesund und ungesund gilt es als erwiesen, dass prickelndes Wasser für eine bessere Durchblutung der Mundschleimhaut sorgt. Wer zum Essen trinkt, schmeckt mehr. Die Vermarktung von Wasser als sinnlichem Erlebnis kommt nicht von ungefähr. Und was das Gesundheitliche anbelangt, hat Anyos Jedlik das viele Sodawasser auf keinen Fall geschadet. Er verstarb 1895 hochbetagt im 96. Lebensjahr. 
                                                                                                                                                             

Jedlik-Gedenkbrunnen in Győr(Ungarn) in Form einer Sodaflasche

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